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grußwort

Grußwort

Kulturminister Daniel Herman

Sehr geehrtes Publikum, liebe Freunde des deutschsprachigen Theaters!

Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache beginnt mit diesem Jahrgang das dritte Jahrzehnt seines Bestehens; in den zwei vergangenen Jahrzehnten bewies es dabei seine Lebenskraft und gewann die dauerhafte Unterstützung des tschechischen und internationalen Publikums. In Prag, dessen kulturell
reichste Zeiten in der Vergangenheit stets bedeutend mit einem deutschsprachigen Einflusses verbunden waren, ist als Austragungsort solch eines Festivals prädestiniert und erweitert in organischer Weise die Grundlage für gegenseitige Inspiration und künstlerische Zusammenarbeit. Es ist mir deshalb eine wahre Freude, die Schirmherrschaft über das Festival zu übernehmen, und ich sehe es als selbstverständlich an, dass das Kulturministerium dazu eine wesentliche finanzielle Unterstützung leistet. Auch das Programm
des diesjährigen Festivals verspricht dem Besucher attraktive Inszenierungen, die in keinster Weise
von der künstlerischen Qualität abweichen, mit der das Festival traditionell in Verbindung gebracht wird.
Das Organisationsteam vergisst nicht auf das 400-jährige Shakespeare-Jubiläum, woran es
mit der Berliner Inszenierung von Hamlet erinnert. Gleichzeitig lassen sie dadurch aber nicht
das diesjährige Leitmotiv in den Hintergrund treten, das eine bekennende politische Aussage beinhaltet.
Auch dadurch sind für mich die diesjährigen Inszenierungen bemerkenswert: sie driften nicht in die offensichtliche Agitation ab, nehmen aber gleichzeitig klar zu den heißen Themen der Lage von Minderheiten
und dem Flüchtlingsthema Stellung. Und das nicht nur anhand der im Grunde sicheren Materie des Zweiten
Weltkriegs, sondern auch im ganz und gar gegenwärtigen Kontext. Ich denke, genau dies sollte gutes Theater tun.
Ich danke allen Veranstaltern des Festivals für Ihren Einsatz, den beteiligten Künstlern wünsche ich viel Erfolg
und dem Publikum tiefgreifende kulturelle Erlebnisse.

Daniel Herman, Kulturminister


 

Petra Ernstberger,
Vorsitzende des Verwaltungsrats
des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theaterfreunde,

mit dem Prager Theaterfestival kommt erneut ein Stück deutsche Kultur vom Feinsten nach Tschechien - und mit ihr erfrischend neue Perspektiven, Impulse, Inspirationen.
Viele tschechische Bühnen blühen in diesen zwei Festwochen im Spätherbst auf und gestalten sich zu einer pulsierenden agora, einem Versammlungsort, an dem lebhaft diskutiert, infrage gestellt, mitunter auch gestritten wird; kurz: wo eine intensive Auseinandersetzung stattfindet.
Theater zur öffentlichen Angelegenheit zu machen – das war von Anfang an ein zentrales Anliegen des Prager Theaterfestivals. Und es ist dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds eine besondere Freude, auch in diesem Jahr wieder dazu beizutragen, dass die erstklassigen deutschsprachigen Inszenierungen des Festivals für ein breites Publikum in Tschechien zugänglich sind.
Die mutige Konfrontation mit anderen, auch unbequemen Sichtweisen und der Blick über den eigenen – nationalen, kulturellen, persönlichen – Tellerrand hinaus sind in unseren Augen die wirksamsten Mittel
gegen den im diesjährigen Motto des Festivals so treffend diagnostizierten „Virus wir".
Dass die Organisatoren den Kampf gegen dieses Virus beherzt aufnehmen und uns, wenn nicht immun,
so doch wachsam machen – dafür gebührt ihnen Hochachtung und unser herzlicher Dank.

Hut ab - und Bühne frei!

Petra Ernstberger,
Vorsitzende des Verwaltungsrats des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds