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Bedeutung und Inhalt des Projekts

Das Festival ist eine anerkannte internationale Veranstaltung für die Präsentation von Theaterinszenierungen und -projekten aus allen deutschsprachigen Ländern, also Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein. Es kooperiert mit den bekanntesten Ensembles und Theatermachern und legt Wert auf höchstes künstlerisches Niveau. 
Das Festival wird von den wichtigsten tschechischen und internationalen Institutionen unterstützt, jedes Jahr findet es unter der Schirmherrschaft der höchsten Repräsentanten der teilnehmenden Staaten statt und gilt als wichtiger Bestandteil der kulturellen Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und seinen Nachbarländern.
Die vergangenen 20 erfolgreichen Saisonen, begleitet von regem Interesse von Publikum und Medien, belegen die Notwendigkeit, Einzigartigkeit und Unaustauschbarkeit dieses Projekts. Neben seinem künstlerischen Beitrag trägt es auch positiv zur Vertiefung der internationalen Beziehungen in gesellschaftlicher und diplomatischer Hinsicht, aber auch in Bildung und Tourismus bei. 

Geschichte

Bereits zum 21. Mal wird 2016 das Festival stattfinden. Es wurde 1996 vom Schriftsteller und Dramatiker Pavel Kohout ursprünglich als Deutsches Theater in Prag gegründet. Seit 1997 ist Jitka Jílková Festivaldirektorin, die für ihre Tätigkeit mit deutschen und österreichischen Staatsauszeichnungen bedacht wurde. In den fast 20 Jahren seines Bestehens präsentierte das Festival dem Prager Publikum bedeutende Regisseure wie George Tabori, Robert Wilson, Andreas Kriegenburg, Luk Perceval, Christoph Marthaler, Frank Castorf, Thomas Ostermeier, Martin Kušej oder Stephan Kimmig, berühmte Schauspielerpersönlichkeiten wie Klaus Maria Brandauer, Bruno Ganz, Josef Hader oder Sophie Rois und renommierte Theaterensembles wie etwa das Deutsche Theater Berlin, die Schaubühne Berlin, das Berliner Ensemble, das Thalia Theater Hamburg, das Burgtheater Wien, das Schauspielhaus Zürich, die Münchner Kammerspiele, die Volksbühne Berlin und viele andere.

Dramaturgie

Die Festivalleitung besteht gegenwärtig aus dem Chefdramaturgen Petr Štědroň, der gleichzeitig Direktor des Theaters am Geländer ist, und Festivaldirektorin Jitka Jílková. Die Dramaturgie konzentriert sich auf Theaterschaffen, das entweder durch seinen innovativen Zugang, nicht-traditionelle dramaturgische Bearbeitung oder Interpretation, sein Bühnenbild oder technische Verarbeitung herausragt, selbstverständlich mit Akzent auf die schauspielerische Qualität. Die Auswahl aus der künstlerisch sehr reichen Theaterlandschaft ist allerdings durch finanzielle und technische Gegebenheiten eingeschränkt. Das Festival tritt auch bei einigen ausgewählten Projekten als Koproduzent in Erscheinung.
Bereits einige Male wurden Aufführungen, die von der Dramaturgie ins Festivalprogramm geholt wurden, im jeweiligen Jahr von der Fachzeitschrift theater heute zur Inszenierung des Jahres erklärt (Die bitteren Tränen der Petra von Kant – Residenztheater, 2012; Es sagt mit nichts, das sogenannten Draußen – Maxim Gorki Theater, 2014, Die lächerliche Finsternis - Burgtheater, 2015). In den vergangenen Jahren wurden mehrmals Festivalinszenierungen von der tschechischen Fachzeitschrift Die Welt und Theater in seiner Umfrage von Theaterkritikern als Größte Internationale Theaterereignisse des Jahres bezeichnet (Krieg und Frieden – Burgtheater Wien, 2011; (s)panische Fliege – Volksbühne Berlin, 2012; Ödipus Stadt – Deutsches Theater Berlin, 2013). 
Das Festival bietet einen dauerhaften und fortgesetzten Blick auf die Entwicklung des Theaters in deutschsprachigen Ländern und weist auf moderne und neueste Trends in diesem Bereich hin. Dies ermöglicht nicht nur die Konfrontation, sondern auch Inspiration für die tschechische Theaterlandschaft zeigt die Bemühung, die Entwicklung des hiesigen Kulturkontexts positiv zu beeinflussen.

Josef Balvín Preis und Begleitveranstaltungen

Jedes Jahr verleiht das Festival den Josef Balvín Preis (ursprünglich MAX Preis, zu Ehren des langjährigen Dramaturgen des Festivals, Josef Balvín, umbenannt) an die beste tschechische Inszenierung eines in deutscher Sprache geschriebenen Textes. Die siegreiche Aufführung wird ins Festivalprogramm aufgenommen und mit deutscher Übertitelung gezeigt. In den vergangenen drei Jahren waren dies: Pornogeographie - Lachende Bestien, r. 2016; Bremer Freiheit - Městské divadlo Kladno, r. 2015; Golem Štvanice - Tygr v tísni, r. 2014.  
Das Hauptprogramm wird von Ausstellungen, Videoinstallationen, Theaterausflügen, Fachvorträgen und kleineren tschechisch-deutschen Projekten begleitet, wie etwa der Präsentation neuer Texte durch inszenierte Lesungen oder Theaterproduktionen von Partnerinstitutionen. Während des Festivals finden zahlreiche Publikumsdiskussionen mit Schauspielern, Regisseuren, Autoren und anderen Theatermachern statt. 

Festivalbesucher

Alle Vorstellungen werden mithilfe von Übertitelung oder simultan ins Tschechische übersetzt, wodurch das Festival auch für nicht-deutschsprachigen Zuseher offen ist (tschechische Inszenierungen werden ins Deutsche übersetzt). Das Festivalprogramm ist sehr vielseitig und bietet Raum für alle sozialen Gruppen und Alterskategorien. Das Festival wird von Schülern und Studenten besucht, von Journalisten, Diplomaten, Menschen mit Behinderung, Senioren, Schauspielern und Regisseuren, Politikern, Geschäftsleuten, tschechischen Emigranten, Zusehern aus der Slowakei, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Das Festival hat sich in den Jahren seines Bestehens ein sehr treues und vielfältiges Stammpublikum aufgebaut. Abhängig von der Zahl der Vorstellungen und der Saalkapazität besuchen das Festival jährlich etwa 5.000 Menschen, insgesamt haben also schon fast 100.000 Besucher Festivalvorstellungen gesehen. Die Auslastung beträgt jedes Jahr 90 – 100 %.     

Festivalpartner und Kooperation

Das Festival arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Organisationen zusammen. Zu den wichtigsten Institutionen, die das Festival langfristig finanziell unterstützen und ohne die seine Realisierung nicht möglich wäre, gehören das tschechische Kulturministerium, die Hauptstadt Prag, der Tschechisch-Deutsche Zukunftsfonds und das Goethe Institut, mit dem das Festival oft auch organisatorisch zusammenarbeitet. Langjährige Partner aus der Wirtschaft sind vor allem Škoda Auto und T-Mobile.
Das Festival hat auch eine Reihe von weiteren Partnern aus dem Kultur- und Bildungsbereich. Neben Theaterhäusern (Nationaltheater, Theater Archa), kleineren Theaterensembles (Divadlo Letí – Theater fliegt) und Kulturinstituten (Österreichisches Kulturforum, Institut der Künste, Dilia, Aura-Pont) sind dies vor allem mittlere und Hochschulen, wie etwa die Deutsche Schule Prag, die Akademie für Darstellende Kunst DAMU, das Germanistikinstitut der Karlsuniversität, die Universität Wien und viele weitere.
Die ununterbrochene Unterstützung der Botschaften aller involvierten Staaten unterstreicht das Prestige des Festivals.

Finanzen und Eintrittspreise

Das Projekt ist finanziell relativ aufwändig, was vor allem durch die im Vergleich zu Tschechien wesentlich höheren Honorarkosten für deutschsprachige Künstler bedingt ist, die Miete großer Theaterhäuser und die technischen Voraussetzungen für internationale Aufführungen. Auch die Unterbringungs- und Transportkosten für Theaterensembles aus dem Ausland, Transport von Bühnendekoration, Tantiemen, Personal- und Werbekosten sind beträchtlich. Ein durchschnittlicher Jahrgang des Festivals mit drei großen und einigen kleinen Produktionen bedeutet Kosten von mindestens 450.000 Euro. 
Um alle Ausgaben abzudecken bedarf es einer gestreuten Finanzierung aus mehreren Quellen. Ohne die Unterstützung oben genannter Institutionen ließe sich das Festival nicht realisieren, insbesondere da Sponsorengelder allgemein immer weniger werden. Förderprogramme öffentlicher Stellen und ausländischer Institutionen decken so aktuell fast 90% des Festivalbudgets ab.
Der finanzielle Eigenanteil, also Einnahmen aus Eintrittsgeldern, macht leider nur etwa 5% des Gesamtbudgets aus. Angesichts der hohen Kosten für Gastspiele internationaler Theaterhäuser müssen die Eintrittspreise zu einem großen Teil dotiert werden. Um das Festival für alle sozialen Gruppen leistbar zu halten, bemüht sich das Festival, den durchschnittlichen Eintrittspreis bei ca. 300 bis 400 Kronen zu halten, zudem wird Studenten, Senioren und Menschen mit Behinderung 50% Rabatt gewährt. Schüler und Universitätsstudenten können außerdem mit dem günstigen Festival-Pass alle Veranstaltungen günstig besuchen.   

Medienspiegel

Das Festival genießt große Aufmerksamkeit der Fachkritik und weiterer Journalisten. Jedes Jahr akkreditieren sich etwa 70 Vertreter von tschechischen und internationalen Medien. Interviews mit den Organisatoren oder Gästen des Festivals, Rezensionen und weitere Artikel erscheinen während des Festivals in fast allen wichtigen Tageszeitungen, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Rundfunk, in beliebten Internetmedien und Zeitschriften wie etwa Respekt, Reflex, Týden, Theaterzeitung, Welt und Theater und weiteren.  
Im Rahmen der Medienkampagne arbeitet das Festival mit einigen Medienpartnern aus TV, Radio, Internet, Outdoor- und Printmedien. Dazu gehören langfristig etwa das Tschechische Fernsehen, der Tschechische Rundfunk, die Zeitung Lidové Noviny, Respekt, die Prager Zeitung, Radio 1, JCDeceaux und andere.