Frankfurter Hauptschule:
2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger
20. 11. Freitag
19:00 – 20:10
21. 11. Samstag
19:00 – 20:10
Regie Frankfurter Hauptschule
DOX+
Poupětova 3, Prag 7
Karte
Gespielt: Elias Maria Burckhardt, Antonina Gruse, Anja Signitzer
Preisträger Open Call 2025/26
Jeder Zeit die Kunst, die sie verdient: Ein Abend zwischen Twitter-Ästhetik und Untergangsvision von der Frankfurter Hauptschule.
Die Gewinner des Heidelberger Stückemarktes inszenieren einen Abend zwischen Konzeptkunst und Theater.
Im Werkraum der Münchner Kammerspiele treffen Politik, Pop und Provokation aufeinander: Mit ihrem ersten Theaterstück 2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger liefert das Künstler*innenkollektiv Frankfurter Hauptschule einen absurden, zugleich hochpolitischen Schlagabtausch zwischen Zeitdiagnose, dialogischen Verwirrspielen, sarkastischen Anrufungen der Nazizeit und purem Klamauk. Ausgangspunkt ist Kippenbergers Buch 241 Bildtitel zum Ausleihen für Künstler (1986). Das Kollektiv denkt die Idee weiter – und verdoppelt sie mit einer eigenen Titelsammlung für Kunstwerke, die es (noch) nicht gibt.
Hoch- und popkulturelle Referenzen verschmelzen, überlagern sich und überfordern mitunter. Das Bühnenbild dagegen ist minimalistisch: Im Zentrum ein Kreuz – Symbol, Bild, Projektionsfläche. Christliche Ikonografie trifft auf Partyexzess, und Almklausis Mama Lauda zur Melodie von Gary Jules’ Mad World wird zum Soundtrack der Gegenwart.
Laudatio
Das erste Theaterstück des Künstler*innenkollektivs Frankfurter Hauptschule, 2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger, stach unter vielen Bewerbern durch sein starkes Konzept und seine schauspielerische Konsequenz hervor.
Das Stück zieht das Publikum durch eine ununterbrochene Kanonade an One-Linern in einen Strudel aus Popkultur, Politik und Witz. Immer wieder aufs Neue wird das Publikum aufgesogen und wieder ausgespuckt – man ist nie sicher, mit welchen Ideen man als Nächstes konfrontiert wird, und muss sich selbst fragen, worüber man gerade lacht und warum, und balanciert dabei auf der Grenze zwischen politischer Kritik und Schenkelklopfen.
Durch sein starkes Konzept, das schlichte Bühnenbild und das konsequente Schauspiel bietet das Stück ein eindrückliches Theatererlebnis.
Für ihre radikale Textcollage erhielt die Frankfurter Hauptschule 2024 den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts.
Mit tschechischer Übertitelung
Webseite der Produktion: Münchner Kammerspiele: 2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger
Foto: © Sima Dehgani